{Rezension} Kind 44 von Tom Rob Smith (Hörbuch)

Autor: Tom Rob Smith
gesprochen von: Bernd Michael Lade
Titel: Kind 44
Originaltitel: Child 44
Verlag: Lübbe Audio
Erschienen am: 01.01.2008
ISBN-10: 3785736614
ISBN-13: 978-3785736616
Spieldauer: 07 Std. 01 Min. / gekürztes Hörbuch  
Preis: 13,95€ bei audible.de


Moskau, 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden. Nackt. Fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow kann jedoch die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als das nächste Kind ermordert wird, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln. Damit bringt er nicht nur sich, sondern seine ganze Familie in tödliche Gefahr...


Gleich zu Anfang muss ich sagen, dass mich das Buch doch sehr erschüttert hat und ich erst eine Weile verstreichen lassen musste, bevor ich hierzu eine Rezension schreiben zu können.

Die Handlung spielt in der Sowjetunion zur Stalinzeit. Und ja, ich weiss, dass es die Menschen zu der Zeit nicht einfach hatten, aber wie hier beschrieben wird, mit welcher Brutalität die Menschen zum Teil mundtod gemacht wurden, das hat mich schon sehr erschüttert.

Leo Demidow ermittelt in einem Fall, der immer weitere und größere kreise zieht. Es handelt sich um jede Menge Kinderleichen, grausam verstümmelt. Jedoch bis er selbst bemerkt, dass es gewisse Verbindungen gibt, hat er bereits das System in Frage gestellt und wurde, nachdem er seine Frau nicht der Spionage bezichtigen wollte, in die Verbannung geschickt und degradiert.

Als er anfängt selbst zu ermitteln bringt er seine gesamte Familie damit in Gefahr, denn offiziell sind alle Fälle bereits abgeschlossen und Täter gibt es genügend. Aber Leo ist sich sicher: Dahinter steckt ein und der Selbe Täter - und er mordet weiter!

Aber ich hatte das Gefühl, hier war der Thriller eher die Nebensache und die Unterdrückung der Menschen stand im Vordergrund. Wie jeder um sein Leben gekämpft hat und wie Menschen zu Denunziantden wurden. Ich finde das sehr erschreckend und kann jeden, der keine Ahnung hat, wie es in der Zeit war, oder der sich auch für die dunklen Seiten der Geschichte interessiert, das Buch ans Herz legen.

Die Figur des Serienmörders wurde hier weniger beleuchtet, da es eigentlich hauptsächlich um das Leben und Überleben von Leo und seiner Familie handelte. Der Serienmörder ist an den echten Serienmörder Andrei Romanowitsch Tschikatilo angelehnt,  (Die Bestie von Rostow), dem 53 Opfer nachgewiesen werden konnten. Er selbst gab an, dass es mindestens 56 Opfer gegeben habe.
Allerdings mordete er in den 70er Jahren.

Ein wirklich aufwühlendes Buch, dem nur etwas die Handlung des eigentlichen Thrillers fehlte, für mich trotzdem sehr gut geschrieben.
Allerdings fand ich den Sprecher des Hörbuches eher weniger gut. Nach der ersten CD hatte ich schon ans aufgeben gedacht, da mir die Stimme so gar nicht dazu passte. Trotzdem bin ich froh, es ganz gehört zu haben.




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Liebe Grüße Anett.