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| Carlsen Manga - 24.März 2026 978-3551808851 Taschenbuch - 194 Seiten - 12,00€ - Anzeige / Rezensionsexemplar - |
Originalbuch von Swetlana Alexijewitsch
Manga-Adaption von Yuta Kumagai
Am 26. April 2026 jährte sich der dramatische nukleare Unfall von Tschernobyl zum 40. Mal. Die Folgen dieser Atomkatastrophe zerstörten das Leben von Millionen Menschen. Sie kosteten ihnen ihre Gesundheit, ihre Heimat, ihre Zukunft und oftmals auch ihre Angehörigen.
Zur Zeit der Katastrophe war ich 13 Jahre alt und lebte in der DDR. Bei uns wurde das Ausmaß der nuklearen Katastrophe ebenso heruntergespielt wie in der damaligen Sowjetunion. Maßnahmen, die beispielsweise im Westen Deutschlands getroffen wurden, wurden belächelt. In der Schule fragte man uns, ob jemand nun keine Milch mehr trinken würde. Als sich einige Schüler:innen meldeten, wurden sie vor der ganzen Klasse belächelt und dafür beinahe abgestraft. Es war von Hysterie die Rede, die angeblich völlig unbegründet sei.
Heute wissen wir, wie gravierend die Folgen tatsächlich waren. Mit 13 Jahren konnte ich das ganze Ausmaß noch nicht begreifen. Nach dem Unterricht sprach ich mit den Mitschüler:innen, die keine Milch mehr tranken, und fragte sie nach ihren Gründen. Schon damals erschütterte mich, wie wenig wir tatsächlich über die Katastrophe und ihre Folgen aufgeklärt wurden.
Vielleicht hat mich dieser Manga deshalb so tief berührt.
| Carlsen Manga / Yuta Kumagai: Tschernobyl. Der Manga |
Im ersten Band kommen fünf Überlebende zu Wort, die von ihrer Angst, ihrer Ohnmacht und den tiefen Wunden erzählen, die Tschernobyl in ihrem Leben hinterlassen hat. Es sind Geschichten über Liebe und Verlust, über das lange Schweigen und darüber, trotz allem weiterzuleben. Der Manga erklärt die Katastrophe selbst nicht ausführlich, sondern richtet den Blick auf fünf ganz persönliche Schicksale, die stellvertretend für unzählige weitere stehen.
| Carlsen Manga / Yuta Kumagai: Tschernobyl. Der Manga |
Die Vorlage stammt von der Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch. Für ihr gleichnamiges Buch führte sie über viele Jahre Gespräche mit Menschen, deren Leben durch Tschernobyl für immer verändert wurde. Mit Liquidatoren und ihren Familien, mit Müttern, Kindern, Wissenschaftlern und Bauern. Ich habe das Original bislang noch nicht gelesen, doch dieser Manga hat dafür gesorgt, dass es sofort auf meiner Wunschliste gelandet ist.
Die Zeichnungen wirken ruhig und zurückhaltend. Gerade dadurch entfalten sie eine enorme Kraft. Sie verzichten auf jede Form der Sensationslust und zeigen stattdessen das Grauen auf eine leise, menschliche und erschütternde Weise. Jede Seite strahlt eine bedrückende Atmosphäre aus, die lange nachhallt.
| Carlsen Manga / Yuta Kumagai: Tschernobyl. Der Manga |
"Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft" ist keine leichte Lektüre. Aber sie ist eine wichtige. Ein bewegender Manga, der den Menschen hinter der Katastrophe eine Stimme gibt und eindrucksvoll daran erinnert, warum ihre Geschichten nicht vergessen werden dürfen.
Anett

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