Limoncello Criminale – Gudrun Grägel

Ani

 

Gmeiner Verlag
11.März 2026

978-3839280126
Taschenbuch - 416 Seiten - 16,00€ 
- Anzeige / Rezensionsexemplare - 


Irgendwie wollte es dieses Jahr mit mir und meinen Sommerbüchern nicht so richtig klappen. Auch Limoncello Criminale von Gudrun Grägel hatte eigentlich beste Voraussetzungen: Ich hatte mir den Krimi extra für meinen Italienurlaub aufgehoben, denn er spielt am Gardasee, von dem ich während meiner Reise gar nicht so weit entfernt war.

Ich hatte mir das richtig schön vorgestellt: am Lago d’Iseo sitzen, einen Limoncello trinken und dabei einen Krimi lesen, der mich gedanklich direkt an den Gardasee bringt. Am See saß ich tatsächlich, den Limoncello gab es auch. Nur das Buch habe ich immer wieder aus der Hand gelegt. Irgendwie wollte es einfach nicht richtig funktionieren.

Anetts Bücherwelt

Also sollte zu Hause noch einmal das Urlaubsfeeling aufleben. Limoncello Spritz selbst machen? Kein Problem. Das Buch wieder in die Hand nehmen und weiterlesen? Auch kein Problem. Spaß beim Lesen haben? Leider schon eher ein kleines Problem.

Vielleicht lag es auch daran, dass Limoncello Criminale bereits der siebente Band einer Reihe ist und ich hier einfach mittendrin eingestiegen bin. Aber schauen wir mal.

Die Spitzenköchin Doro nimmt sich gemeinsam mit ihrem Verlobten eine Auszeit am Gardasee. In der Nachbarschaft geschieht ein Mord. Doro war am Vormittag sogar noch in dem Haus zu Besuch, in dem sechs junge Leute wohnen. Am nächsten Tag wird dort die Leiche einer der jungen Frauen gefunden.

Doro kann es kaum glauben und schnell gerät der Hausmeister des Nachbarhauses ins Visier. Und weil Doro offenbar gut mit dem ermittelnden Polizisten bekannt ist und dieser weiß, wie verbissen sie sein kann, bekommt sie tatsächlich die Erlaubnis, selbst ein bisschen mit zu ermitteln.

Und genau da war ich eigentlich schon ein Stück weit raus. Eine Zivilistin soll sich umhören und damit quasi für die Polizei ermitteln? Naja.

Dabei ist Doro durchaus sympathisch und sie hat auch ein gutes Gespür. Trotzdem war mir vieles einfach zu langatmig und eine richtige Ermittlungsarbeit hat mir gefehlt. Natürlich ist Doro keine Polizistin, aber gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, dass ihre Rolle bei der Aufklärung des Falls für mich nachvollziehbarer wird.

Dazu kommt das Thema Kochen. Doro ist schließlich Spitzenköchin und natürlich spielt das in der Geschichte eine größere Rolle. Für mich war es allerdings einfach zu viel. Immer wieder ging es ums Kochen, um Gerichte und Zutaten, und irgendwann hatte ich das Gefühl, dass mich das eher aus der Geschichte herausgebracht hat, als dass es die Handlung für mich bereichert hätte.

So richtig wollte der Funke bei mir einfach nicht überspringen. Und ich glaube, am Ende muss ich es ganz ehrlich sagen: Diese Serie und ich passen einfach nicht so richtig zusammen.

Schade eigentlich, denn die Voraussetzungen waren für mich perfekt. Italien, Gardasee, ein bisschen Urlaubsfeeling und dazu ein Kriminalfall. Aber manchmal passt es eben trotzdem nicht.

Anett

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