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| Rena Fischer und ihr überarbeitetes Buch Sensus Corvi |
Im Gespräch mit Rena Fischer
Als ich erfahren habe, dass Chosen – Die Bestimmte als Sensus Corvi eine komplett überarbeitete Neuauflage erhält, war meine Neugier sofort geweckt. Schließlich hatte ich das Buch bereits vor fast zehn Jahren gelesen und rezensiert. Umso spannender war es für mich, nicht nur die neue Version zu entdecken, sondern auch mit Rena Fischer darüber zu sprechen, warum sie diesen mutigen Schritt ins Selfpublishing gewagt hat und wie es sich anfühlt, zum eigenen Debüt zurückzukehren.
Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen unseres kleinen Gesprächs.
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| Rena Fischer und ihr überarbeitetes Buch Sensus Corvi |
Rena, was hat dich dazu bewegt, Chosen – Die Bestimmte nach fast zehn Jahren noch einmal komplett neu zu erzählen?
Ich glaube, der Zeitpunkt könnte nicht besser sein. Chosen – Die Bestimmte war mein Debüt als Autorin und deshalb hängt mein Herz ganz besonders an dieser Geschichte. Als ich die Rechte zurückerhalten habe, war mir klar, dass ich Emma und die Welt von Sensus Corvi noch einmal in die Hände nehmen und ihnen die Aufmerksamkeit geben möchte, die sie für mich verdienen. Dazu gehörte auch von Anfang an die Verwirklichung einer Schmuckausgabe.
Im Nachwort schreibe ich darüber, wie wichtig es mir ist, dass Menschen ihre Gabe finden: das, wofür ihr Herz brennt, und den Mut haben, dazu zu stehen. Auch wenn es im Roman um fantastische Fähigkeiten geht, trägt doch jeder Mensch etwas in sich, das ihn einzigartig macht. Viele entdecken diese Gabe nie, andere empfinden sie zunächst eher als Last oder passen sich an Erwartungen an, die nicht zu ihnen gehören.
Gleichzeitig ist die Geschichte heute auf eine ganz neue Weise aktuell. Wir leben in einer Zeit, in der soziale Medien und Algorithmen unser Leben beherrschen, vermeintlich einfache Antworten auf komplexe Fragen ohne Fachwissen veröffentlicht werden, und KI-generierte Inhalte es zunehmend schwieriger machen, Wahrheit, Inszenierung und Manipulation voneinander zu unterscheiden. Fionbarr Farran verkörpert genau diese Ambivalenz: Er ist Mentor und Manipulator zugleich, charismatisch, bewundernswert, aber auch jemand, dem man nie ganz trauen sollte. Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum ich diese Geschichte gerade jetzt noch einmal erzählen wollte: um meinen Leserinnen und Lesern Emmas Stärke weiterzugeben und sie dazu einzuladen, genauer hinzusehen. Wer spricht hier eigentlich? Und warum? Und was passt vielleicht nicht ganz ins Bild? Die Informationsflut, die auf uns einströmt, kritisch zu hinterfragen, ist wichtiger denn je.
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| Rena Fischer & ich zur Leipziger Buchmesse 2024 |
Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte nicht nur sprachlich gewachsen ist, sondern auch einige Figuren noch mehr Tiefe bekommen haben. Das musste ich natürlich nachfragen.
Du hast nicht nur den Text überarbeitet, sondern auch Teile ergänzt. Gab es Szenen oder Figuren, denen du diesmal bewusst mehr Raum geben wolltest?
Auf jeden Fall. Seit der ersten Version sind nicht nur fast zehn Jahre vergangen, sondern ich habe inzwischen zwölf weitere Bücher geschrieben. Ich habe mich sprachlich weiterentwickelt, schreibe heute bewusster und habe einen anderen Blick auf Figuren, Beziehungen und gesellschaftliche Themen. Auch meine Sprache hat sich verändert. Themen wie Sensitivity Reading und die Frage, wie wir bestimmte Erfahrungen, Identitäten oder Machtverhältnisse darstellen, spielen heute für mich eine deutlich größere Rolle.
Besonders bei Fionbarr Farran hatte ich das Gefühl, noch tiefer gehen zu wollen. In der ursprünglichen Fassung war seine Wirkung auf andere Figuren natürlich bereits wichtig, aber diesmal wollte ich seine Denkweise und Psychologie stärker ausarbeiten. Was treibt ihn an? Welche Ziele verfolgt er und warum? Und wie schafft es jemand, zugleich faszinierend, glaubwürdig und gefährlich zu wirken?
Mir war wichtig, ihn nicht einfach nur als Abziehbild eines Antagonisten zu erzählen. Er ist eine morally-grey Figur, die gerade deshalb spannend ist, weil sie nicht eindimensional bleibt. Diese zusätzlichen Facetten geben, wie ich finde, auch Emmas Entwicklung noch mehr Gewicht.
Ein komplett überarbeitetes Buch im Selfpublishing zu veröffentlichen, klingt nach einer riesigen Aufgabe. Mich hat deshalb interessiert, wie Rena diesen Weg erlebt hat.
Sensus Corvi erscheint nun im Selfpublishing. Was hat dir daran am meisten Mut abverlangt und was hat dir gleichzeitig die größte Freude bereitet?
Bislang habe ich als Autorin meine Bücher auf dem klassischen Weg mit Vermittlung meiner Literaturagentin in großen Publikumsverlagen veröffentlicht. Um das Thema Selfpublishing bin ich aber schon seit Jahren herumgeschlichen, weil ich auch gerne eigene Projekte verwirklichen möchte, die mir besonders am Herzen liegen, die aber nicht unbedingt in die marktgängigen Verlagsschubladen passen. Sensus Corvi war deshalb mein erstes richtiges Hineinschnuppern in diesen Bereich.
Es hat viel Mut gebraucht, weil ich wirklich alles von Grund auf lernen wollte: Buchsatz, Herstellung, Kommunikation mit der Coverdesignerin, Metadaten, Veröffentlichungsabläufe und vieles mehr. Ich habe dabei auch viele Fehler gemacht. Zum Beispiel habe ich das Cover enthüllt, bevor es überhaupt einen Verkaufslink gab, und plötzlich fragten viele, die vorbestellen wollten, nach dem Buch, während ich selbst noch mitten im Buchsatz steckte. Letzte Druckfeinheiten musste ich mit der Druckerei abends im Hotel vom Urlaub aus abstimmen, weil die Zeit drängte. Solche Erfahrungen gehören wohl dazu, wenn man erstmalig alles selbst organisiert.
Auch das Marketing ist ein großes Lernfeld, dem ich mich jetzt in einem zweiten Schritt widmen muss. Meine bisherigen Social-Media-Erfahrungen aus der Verlagszeit helfen mir, aber Amazon- und Meta-Marketing sind noch einmal ganz eigene, komplexe Welten und im Selfpublishing überlebensnotwendig, wenn das Buch gesehen werden soll, besonders jetzt, wo immer mehr KI-generierte Bücher den Markt fluten. Gerade habe ich viel in die Schmuckausgabe investiert und außerdem ungefähr ein halbes Jahr in Überarbeitung, Buchsatz und das Arbeiten mit InDesign gesteckt und weiß nicht, ob sich das jemals auszahlen wird ;)
Aber die Freude überwiegt. Ich liebe es, wie schön dieses Buch geworden ist. Und ich bin ein kleines bisschen stolz darauf, dass ich es geschafft habe, meine Herzensgeschichte und mein erstes Buchbaby selbst wiederzubeleben. Das macht mich wirklich sehr glücklich.
Nach so vielen Jahren noch einmal das eigene Debüt in den Händen zu halten, muss ein ganz besonderer Moment sein.
Wie fühlt es sich an, Sensus Corvi heute zu sehen? Ist es eher ein Wiedersehen oder fühlt es sich inzwischen wie ein ganz neues Buch an?
Während der Überarbeitung sind viele der positiven Gefühle wieder hochgekommen, die ich damals bei meinem Debüt hatte: die Euphorie beim Schreiben, die Liebe zu den Figuren und dieses besondere Gefühl, eine Welt zum ersten Mal entstehen zu sehen. Es war ein sehr vertrautes Wiedersehen.
Gleichzeitig fühlt es sich durch die Überarbeitung, die erweiterten Szenen und die Selfpublishing-Ausgabe auch wie etwas völlig Neues an. Ich habe nicht einfach nur zu einem alten Buch zurückgefunden, sondern es noch einmal weiterentwickelt und ihm innen wie außen eine neue Form gegeben.
Es ist deshalb wohl eine Mischung aus beidem. Als würde man einen geliebten Menschen nach vielen Jahren wiedersehen. Man erkennt so vieles sofort wieder und entdeckt doch auch neue spannende Seiten.
Zum Abschluss wollte ich noch etwas Persönliches wissen.
Ich habe inzwischen alle deine Bücher gelesen und du gehörst für mich zu meinen liebsten Autorinnen. Gibt es unter deinen Büchern eines, zu dem du eine ganz besondere Verbindung hast?
Zunächst einmal: Ich bin sehr glücklich, dass wir uns schon so lange kennen und uns immer wieder auf Buchmessen treffen. Dass ich zu deinen Lieblingsautorinnen gehöre, bedeutet mir wirklich sehr viel. Danke dafür.
Natürlich hängt mein Herz besonders an meinem Fantasydebüt. Aber ehrlich gesagt sind alle meine Bücher Herzensprojekte. Für mich stand beim Schreiben nie an erster Stelle, davon zu leben, denn mit meinem früheren Brotjob könnte ich mehr verdienen. Ich schreibe auch nicht besonders marktgängig, auch wenn ich in der Bewerbung hinterher aktuelle Trends einfließen lasse. Aber darüber mache ich mir nie vor dem Schreiben Gedanken. Ich lasse mich nur ungern in feste Genre-Schubladen pressen, weil das meiner Kreativität den Raum nehmen würde. Meine Geschichten fließen aus mir heraus, und jedes Buch trägt etwas sehr Persönliches in sich.
In Sensus Corvi waren mir Themen wie Manipulation, Machtmissbrauch und das Finden der eigenen Gaben wichtig. Elbendunkel beschäftigt sich mit Rassismus, Das Lied der Wölfe mit Traumabewältigung und der Wiederansiedlung von Wölfen. In Das Leuchten vergangener Sterne geht es um moderne Archäologie, Schatzräuber und eine Neuinterpretation von Stolz und Vorurteil – mit einer weiblichen „Mr. Darcy“-Figur und einem männlichen „Elizabeth“-Charakter.
Auch meine Romane sind oft Genremischungen, was bei Verlagen nicht immer leicht zu vermitteln war. Die Dilogie Der Unendlichkeit so nah und Die Freiheit so weit verbindet beispielsweise ein modernes junges Wissenschaftlerpaar und Weltraumforschung mit der historischen Sicht der Donaumonarchie und Auswanderung ins historische New York. Mehr Kontrastprogramm kann man sich kaum vorstellen und ich fand es unglaublich spannend, bestimmte Frauenthemen in diesen verschiedenen Umfeldern gegenüberzustellen. In jedem meiner Bücher steckt also ganz viel von mir selbst und ich liebe sie alle.
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| Rena Fischer & ich zur Leipziger Buchmesse 2025 |
Vielen Dank!
Liebe Rena, ganz herzlichen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Es war unglaublich spannend, mehr über die Entstehung von Sensus Corvi und deinen Weg ins Selfpublishing zu erfahren.
Ich wünsche dir von Herzen ganz viele begeisterte Leserinnen und Leser und freue mich schon jetzt auf den zweiten Band der Dilogie.
Liebe Anett, ich danke dir ganz herzlich für dieses schöne Interview und wünsche dir viel Erfolg mit deinem Blog!
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| Rena Fischer & ich zur Leipziger Buchmesse 2026 |
Hier überall könnt ihr die Autorin finden:
- Chosen (1) Die Bestimmte
- Chosen (2) Das Erwachen
- Elbendunkel (1) Kein Weg zurück
- Elbendunkel (2) Kein Weg zu dir
- Cursed Worlds (1) Aus ihren Schatten ...
- Cursed Worlds (2) ...Erwacht das Licht
- Das Lied der Wölfe
- Das Leuchten vergangener Sterne
- Knights & Heirs (1) Der Ruf der Schlange
- Knights & Heirs (2) Die Erben der Schlange
- Der Unendlichkeit so nah (1) - Rena Fischer als Theresa Kern
- Die Freiheit so weit (2) - Rena Fischer als Theresa Kern
- Sensus Corvi (1) - Chosen
Gewinnspiel – Gewinnt ein signiertes Exemplar von Sensus Corvi!
Nach meiner Rezension und dem spannenden Gespräch mit Rena Fischer habt ihr nun selbst die Möglichkeit, in die Welt von Sensus Corvi einzutauchen.
Gemeinsam mit Rena darf ich ein signiertes Exemplar des ersten Bandes verlosen. An dieser Stelle schon einmal ein ganz herzliches Dankeschön an sie, dass sie dieses Gewinnspiel möglich macht!
So könnt ihr teilnehmen:
Schreibt mir in den Kommentaren:
📖 Welches Buch würdet ihr gerne noch einmal zum ersten Mal lesen können – und warum gerade dieses?
Ich freue mich schon sehr darauf, eure Antworten zu lesen!
Teilnahmebedingungen
Das Gewinnspiel endet am 15.09.2026 um 20 Uhr.
Teilnehmen können alle Personen ab 18 Jahren oder mit Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten.
Das Gewinnspiel ist für meine treuen Follower!
Der Gewinner oder die Gewinnerin wird per Zufall ausgelost und anschließend von mir per E-Mail oder über die im Kommentar angegebene Kontaktmöglichkeit benachrichtigt.
Der Versand des Gewinns erfolgt freundlicherweise direkt durch Rena Fischer. (Versand innerhalb Deutschlands)
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Dieses Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Instagram, Facebook oder anderen sozialen Netzwerken und wird weder von ihnen gesponsert, unterstützt noch organisiert.
Das Gewinnspiel endet am 15.09.2026 um 20 Uhr.
Teilnehmen können alle Personen ab 18 Jahren oder mit Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten.
Das Gewinnspiel ist für meine treuen Follower!
Der Gewinner oder die Gewinnerin wird per Zufall ausgelost und anschließend von mir per E-Mail oder über die im Kommentar angegebene Kontaktmöglichkeit benachrichtigt.
Der Versand des Gewinns erfolgt freundlicherweise direkt durch Rena Fischer. (Versand innerhalb Deutschlands)
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.
Dieses Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Instagram, Facebook oder anderen sozialen Netzwerken und wird weder von ihnen gesponsert, unterstützt noch organisiert.
Ich wünsche euch ganz viel Glück! 🍀





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