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| Knaur Verlag - 01.April 2026 978-3426567807 Taschenbuch - 208 Seiten - 12,99€ - Anzeige / Rezensionsexemplar - |
Mit Der Schrein von Nanami Kamon habe ich mich an etwas herangewagt, das ich sonst eher selten lese: japanischer Horror.
Horror gehört normalerweise nicht zu meinen bevorzugten Genres, aber als Thriller hat mich dieses Buch sofort neugierig gemacht. Schon nach den ersten Seiten wurde mir klar, dass mich hier eine ganz andere Art von Geschichte erwartet.
Im Mittelpunkt steht Minami, die selbst Gruselromane schreibt und ausgerechnet dabei in einer Schreibblockade feststeckt. Als sich eine alte Bekannte bei ihr meldet, wird sie mit einer Geschichte konfrontiert, die weitaus verstörender ist als alles, was sie sich bisher ausgedacht hat.
Die Bekannte berichtet von einem Ausflug in die Berge, bei dem sie gemeinsam mit anderen eine Mutprobe an einem verlassenen Ort gewagt hat. Seitdem häufen sich merkwürdige und beunruhigende Ereignisse. Minami beschließt, der Sache nachzugehen und kehrt mit der Gruppe noch einmal an diesen Ort zurück. Auch der Schrein in der Nähe, den sie nach ihrem ersten Besuch aufgesucht haben, scheint dabei eine größere Rolle zu spielen, als zunächst angenommen.
Zurück in ihrem Alltag beginnt Minami zu recherchieren und stößt dabei auf immer verstörendere Zusammenhänge.
Was dieses Buch für mich besonders gemacht hat, ist die Art des Erzählens. Japanische Literatur funktioniert anders als viele europäische oder amerikanische Geschichten. Sie ist leiser, zurückhaltender und lebt viel stärker von Atmosphäre als von großen, dramatischen Momenten.
Der Schrein baut genau auf dieses Gefühl auf. Die Angst entsteht nicht durch plötzliche Schockmomente, sondern schleicht sich langsam ein. Kleine Details, leise Veränderungen und eine stetig wachsende Unruhe sorgen dafür, dass man sich beim Lesen immer weniger sicher fühlt.
Wer diese Art von Erzählweise mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Wer bisher wenig Berührung mit japanischer Literatur hatte, sollte sich darauf einlassen und nicht erwarten, dass die Geschichte den gewohnten Mustern folgt.
Da ich zuvor bereits Die rätselhaften Honjin-Morde gelesen hatte, fiel mir der Einstieg leicht. Ich habe mich schnell in der Atmosphäre wiedergefunden und konnte mich gut auf die Geschichte einlassen.
Die düstere Stimmung, die rätselhaften Entwicklungen und dieses unterschwellige Gefühl von Unbehagen haben mich immer weiter in die Geschichte hineingezogen. Für mich steht fest, dass ich in Zukunft häufiger zu japanischen Thrillern und Krimis greifen werde.
Anett

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