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| Stroux Verlag - 11. Februar 2026 978-3948065485 Taschenbuch - 200 Seiten - 16,00€ - Anzeige / Rezensionsexemplar - |
Hierbei handelt es sich um ein Jugendbuch ab 12 Jahren. Doch auch für Erwachsene ist es gut lesbar und dabei erstaunlich informativ. Auf das Buch bin ich aufmerksam geworden, weil es sehr gut zum Fokusthema der Leipziger Buchmesse 2026 passt – einem Thema, mit dem ich mich bereits seit einiger Zeit intensiver beschäftige.
Das Buch erzählt von der Flucht aus armen, ländlichen Gegenden Deutschlands entlang der Donau Richtung Ungarn. Nach den Türkenkriegen sollten dort wieder Menschen angesiedelt werden – später wurde diese Bewegung als die großen Schwabenzüge bekannt.
Bevor man sich als Leser*in auf diese Reise begibt, lernt man zunächst Anna kennen. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrem kleinen, kranken Bruder in einem Dorf, in dem große Not herrscht. Man bekommt einen eindrücklichen Einblick in das harte Leben der Menschen dort.
Eines Tages erscheint der Sohn eines Bauern zur Beerdigung seines Vaters im Dorf. Er wirbt die Bauern an, mit ihm nach Ungarn zu ziehen und dort ein neues Leben zu beginnen. Annas Eltern stehen vor einer schweren Entscheidung – doch angesichts von Krankheit, Hunger und Perspektivlosigkeit entschließen sie sich schließlich, ihre Heimat zu verlassen.
Es beginnt eine beschwerliche Reise entlang der Donau in eine ungewisse Zukunft.
Das Buch hat mich sehr berührt. Besonders gelungen finde ich, dass junge Leser*innen hier mit dem Thema Flucht konfrontiert werden – einer Flucht vor Hunger, Krankheit und Tod. Und das aus Deutschland heraus, Richtung Ungarn. Die Reise über die Donau kostet viele Menschen ihre letzten Ersparnisse und ist voller Entbehrungen.
Gleichzeitig stellt die Geschichte eine wichtige Frage: Wann wird ein neuer Ort zur Heimat? Reicht ein Haus, ein Feld – oder bleibt die Heimat doch im fernen Deutschland?
Ein berührendes und wichtiges Buch, das meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Gerade im schulischen Kontext könnte es eine wertvolle Lektüre sein und jungen Menschen einen historischen Zugang zum Thema Migration und Heimat eröffnen.
Anett

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