Auf dem Schulweg verschwunden – Gabi Thieme

Ani

 

Paperento Verlag - 01.Mai 2025
978-3947409709
Taschenbuch - 320 Seiten - 16,00€ 
Anzeige / Rezensionsexemplar -

True Crime ist immer heftig – aber wenn es um Kinder geht, fühlt es sich für mich noch einmal schlimmer an. Oft fällt es mir schwer, über solche Fälle zu lesen, und trotzdem finde ich sie gleichzeitig interessant und spannend.

Bei diesem Buch kam für mich noch ein weiterer Punkt hinzu: Von der Autorin habe ich bereits das Buch „Mord im Regionalexpress“ gelesen. Ich kenne also ihren Zugang zu Kriminalfällen und ihren Schreibstil – und genau das hat mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Letztes Jahr habe ich sie außerdem auf der Leipziger Buchmesse kennengelernt. Umso mehr wollte ich das Buch nun endlich lesen.


Ich mit Gabi Thieme am Stand vom Paperento Verlag -
Leipziger Buchmesse 2025 


In diesem Buch geht es um zwei Kinderschicksale, die – wie der Titel bereits sagt – auf dem Weg zur Schule verschwunden sind.

1994 verschwindet der zehnjährige Michael aus Lößnitz im Erzgebirge spurlos. Die Polizei sucht fieberhaft nach ihm, doch zunächst gibt es keinerlei Hinweise. Stattdessen terrorisiert der Entführer die Eltern mit verstörenden Briefen. Schließlich führt eine Spur nach Leipzig – doch wie hängt das alles zusammen?

Der zweite Fall handelt von der sechsjährigen Ayla aus Zwickau. Ihr Schulweg ist kaum 100 Meter lang. Trotzdem kommt sie dort nie an, nachdem sie das Haus verlassen hat. Ein entscheidender Hinweis auf ein Tatfahrzeug bringt die Ermittlungen voran – und plötzlich rückt ein Verdächtiger in den Fokus, der kein Unbekannter ist.

Zwei Fälle, die es wirklich in sich haben.

Die Autorin arbeitete zur damaligen Zeit als Journalistin und hatte bereits Kontakt zu Angehörigen. Für dieses Buch ist sie noch einmal zurückgekehrt, spricht erneut mit Familienmitgliedern und damaligen Ermittlern und bekommt Einblick in die Ermittlungsakten.

Dabei schreibt sie keinen reißerischen True-Crime-Bericht. Stattdessen geht sie sensibel und respektvoll mit den Fällen um, stellt die Menschen und ihre Gefühle in den Mittelpunkt und versucht, Trauer und Schmerz nachvollziehbar zu machen. Das Buch ist emotional, zugleich aber journalistisch fundiert.

Auch wenn die Themen sehr intensiv sind, ließ sich das Buch gut lesen.

Mich hat es schockiert, gefesselt und tief berührt – Kinderschicksale gehen einfach immer besonders nahe. Gerade deshalb fand ich die behutsame und respektvolle Herangehensweise der Autorin genau richtig. Noch lange nach dem Lesen hat mich dieses Buch nachdenklich zurückgelassen.



Anett


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