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| Penhaligon Verlag - 01.Oktober 2025 978-3764533694 Gebundenes Buch - 848 Seiten - 25,00€ - Anzeige / Rezensionsexemplar - |
Das Buch beginnt mit Lilys Ende: Sie stirbt jung an Krebs, obwohl sie noch so viel vorhatte. Als sie ins Jenseits kommt, ist dort jedoch alles ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat – und definitiv anders, als man es ihr immer erzählt hat. Lily ist streng religiös erzogen worden, hat aber schon früh unbequeme Fragen gestellt. Dafür wurde sie oft gemaßregelt und ihr wurde sogar prophezeit, dass sie in die Hölle kommen würde. Umso erleichterter war sie, als sie alt genug war, sich von der Kirche zu distanzieren.

Aus For Whom the Belle Tolls - Penhaligon Verlag
Im Jenseits angekommen, landet sie in ihrem ganz eigenen Paradies – und das ist tatsächlich ziemlich großartig. Besonders begeistert hat mich hier das Worldbuilding: Verschiedene Glaubensvorstellungen werden miteinander verknüpft, und die einzelnen Reiche sind durch Tore voneinander getrennt. So kann Lily nicht nur ihr Paradies genießen, sondern auch einen Blick in die Hölle werfen – schließlich hat sie nichts zu befürchten, da diese nicht für sie bestimmt ist.

Aus For Whom the Belle Tolls - Penhaligon Verlag
Neugierig, wie sie ist, wagt sie genau das und lernt am Tor zur Hölle die Dämonen kennen, die zwar furchteinflößend aussehen, aber überraschend freundlich sind. Dank ihrer langjährigen Erfahrung im Kundendienst erkennt Lily schnell, dass die Abläufe am Höllentor optimiert werden müssen. Kurzerhand gründet sie ihren eigenen „Hellp-Desk“ und kümmert sich fortan um die Beschwerden der Seelen – auch wenn sie genau weiß, dass diese letztlich doch in die Hölle gehören. Ihre Arbeit erleichtert den Dämonen den Alltag und bleibt auch Luzifer nicht verborgen.
Die Geschichte entwickelt sich in eine Richtung, die ich so noch nicht gelesen habe. Der Einstieg fiel mir sehr leicht, und das Worldbuilding ist wirklich eines der großen Highlights des Buches. Außerdem lernt Lily Bel kennen – einen Höllenprinzen und General – und lieben. Bel ist einfach… lieb. Und das beschreibt für mich auch den gesamten Ton des Buches ziemlich gut.
Es handelt sich um einen cozy Fantasyroman mit einem gewissen Spice-Faktor (3 von 5), der stellenweise auch recht explizit wird. Trotz allem habe ich mich bei über 850 Seiten irgendwann gefragt: Wann passiert hier eigentlich etwas? Als dann endlich Spannung aufkam und es in Richtung Konflikt und Kampfhandlungen ging, war diese leider genauso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen war. Hier hätte ich mir deutlich mehr Tiefe und Dynamik gewünscht – weniger Cozy, mehr Handlung.
Immer wieder war ich kurz davor, das Buch abzubrechen, habe es dann aber doch weitergelesen, weil ich dachte, da muss doch noch etwas kommen. Stattdessen habe ich es öfter unterbrochen, andere Bücher gelesen und bin dann wieder zurückgekehrt.
Positiv hervorzuheben ist, dass viele diverse Themen angesprochen werden. Allerdings bleiben diese für meinen Geschmack zu oberflächlich und werden zu schnell abgehandelt. Hier hat mir oft die nötige Tiefe gefehlt.
Schade eigentlich, denn ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut. Am Ende habe ich jedoch etwas anderes bekommen, als ich erwartet hatte. Trotz der tollen Idee und des großartigen Worldbuildings komme ich daher nicht über 3 von 5 Sterne hinaus.
Anett

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