[Rezension] Sensus Corvi (1) – Rena Fischer

Ani

 

Selfpublishing - Schmuckausgabe bei Rena Fischer
 25.Juni 2026 - 22,00€


Taschenbuch - 508 Seiten - 17,99€
978-8180661555
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Manchmal gibt es Bücher, die einen nach Jahren wieder einholen. Und manchmal bekommt ein solches Buch sogar eine zweite Chance, sich ganz neu zu zeigen.

Vor knapp zehn Jahren habe ich „Chosen – Die Bestimmte“ von Rena Fischer gelesen und damals auch rezensiert. Ich mochte die Geschichte schon zu dieser Zeit sehr. Umso gespannter war ich, als ich erfahren habe, dass Rena Fischer die Rechte an ihrem Buch zurückbekommen und beschlossen hat, es noch einmal ganz neu herauszubringen. Unter dem neuen Titel „Sensus Corvi“ ist daraus nun im Selfpublishing eine komplett überarbeitete Fassung geworden.

Und ich muss sagen: Ich finde es unglaublich spannend, ein Buch nach so vielen Jahren noch einmal zu lesen und dabei festzustellen, dass die Begeisterung geblieben ist.

Schmuckausgabe Sensus Corvi von Rena Fischer



Denn Rena Fischer hat es nicht einfach bei einer neuen Aufmachung belassen. Die Geschichte wurde umfassend überarbeitet, ergänzt und an vielen Stellen weiterentwickelt. Dazu kommen ein neues Cover, eine wunderschöne Gestaltung und ein Farbschnitt, der das Buch auch optisch zu etwas ganz Besonderem macht. Man merkt einfach, wie viel Herzblut und Arbeit in dieser neuen Ausgabe steckt.

Beim Lesen habe ich diesmal erstaunlich schnell wieder in die Geschichte hineingefunden. Besonders gut gefallen mir die wechselnden Perspektiven. Dadurch bekommt man einen viel besseren Einblick in die unterschiedlichen Figuren, ihre Gedanken und ihre Beweggründe. Für mich macht genau das einen großen Reiz der Geschichte aus, denn so lernt man die Protagonisten nicht nur von außen kennen, sondern kann viel näher an ihnen dran sein.

Auch die Grundidee der Geschichte gefällt mir nach wie vor sehr. Sie verbindet spannende Elemente mit Figuren, deren Entwicklung man gerne verfolgt. Dazu kommt Rena Fischers Schreibstil, den ich einfach liebe. Er schafft es, mich schnell in eine Geschichte hineinzuziehen und dort auch festzuhalten.

Schmuckausgabe Sensus Corvi von Rena Fischer


Und vielleicht ist genau das für mich das Schönste an dieser Neuauflage: Obwohl ich die Geschichte bereits kannte, hat sie sich beim erneuten Lesen nicht wie ein alter Bekannter angefühlt, den man einfach noch einmal besucht. Vielmehr hatte ich das Gefühl, eine Geschichte wiederzuentdecken, die mir schon damals gefallen hat und die nun in einer neuen, weiterentwickelten Form noch einmal zu mir zurückkommt.

Dass Rena Fischer sich überhaupt dazu entschieden hat, diesen Weg zu gehen, finde ich bemerkenswert. Ein bereits veröffentlichtes Buch noch einmal komplett in die eigenen Hände zu nehmen, es zu überarbeiten, zu ergänzen, neu zu gestalten und anschließend im Selfpublishing herauszubringen, braucht meiner Meinung nach nicht nur viel Arbeit, sondern auch eine ordentliche Portion Mut. Und genau diesen Schritt finde ich bewundernswert.

Für mich ist Rena Fischer inzwischen ohnehin eine meiner liebsten Autorinnen. Egal ob Jugendbuch oder Erwachsenenroman, ich habe mittlerweile alles von ihr gelesen. Deshalb war „Sensus Corvi“ für mich natürlich nicht einfach irgendeine Neuerscheinung, sondern tatsächlich ein kleines Wiedersehen mit einer Geschichte, die schon einmal einen Platz in meinem Bücherregal und in meiner Lesebiografie hatte.

Und jetzt bin ich sehr gespannt auf den zweiten Teil dieser Dilogie.

Für mich ist „Sensus Corvi“ deshalb nicht nur eine Neuauflage eines alten Buches, sondern ein schönes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn eine Autorin die Möglichkeit bekommt, ihre eigene Geschichte noch einmal ganz nach ihren Vorstellungen zu erzählen.

Und ich freue mich sehr, dass Rena Fischer diesen Weg gegangen ist.


Anett

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