{Rezension} Mord im Regionalexpress – Gabi Thieme

Ani

 

Anzeige / Rezensionsexemplar
Verlag Das Neue Berlin (Eulenspiegel Verlag) - 19.Februar 2021
978-3360013705
Taschenbuch - 256 Seiten - 14,00€

Noch sehr gut kann ich mich daran erinnern, als 1995, zwei Tage vor Weihnachten, eine junge Frau im Zug zwischen Dresden und Zwickau eine junge Frau vergewaltigt und getötet wurde. Ich war damals selbst 23 Jahre und das alles passierte hier fast vor meiner Haustür. Das war ganz schön beängstigend.

Nun habe ich dieses Buch entdeckt, in dem der Fall nochmal ganz klar geschildert wird. Hier kommen auch nochmal alle Aspekte der Tat und alle Umstände ans Licht und ich fand das ziemlich interessant. Jedoch muss ich auch sagen, es ist ganz schön harter Tobak, wenn man authentische Mordfälle liest, und manches mal musste ich beim lesen eine Pause einlegen.


Die Autorin selbst ist eine Journalistin, die viele Jahre bei der Zeitung gearbeitet hat und die Kriminalfälle sehr gut kennt. Sie berichtete über viele Fälle sehr lange und ausführlich. Sprach mit den Angehörigen der Opfer und den Kriminalbeamten. So entstand ein Buch, das sehr sachlich und gut recherchiert war.

Es geht hier um die Verfolgung der Straftäter, damit auch die Angehörigen endlich Ruhe finden.

Anfangs muss man sich an den sehr sachlichen Schreibstil gewöhnen, aber nach und nach war ich auch froh darüber. Spannend war es trotz alledem, denn die Autorin beleuchtete sehr genau die eigentliche Tat, den Täter und die Familie des Opfers.


Sehr interessant fand ich auch die Arbeit der Kriminalbeamten und wie wissenschaftlicher Fortschritt in der Polizeiarbeit zum Tragen kommt. In der Praxis kommt es zu mehr Aufklärungen von Straftaten, gerade auch von welchen, die lange schon zurück liegen.

Auch die sachliche Beleuchtung auf das Leid der Angehörigen und wie diese mit allem umgehen fand ich sehr gut, bekommt man dies doch nur selten mit und kann sich nur Gedanken dazu machen.

Und auch sehr gut fand ich, dass es nicht mit der Ergreifung des Täters getan war, sondern auch noch der Weg durch die Justiz und die Findung des Strafmaßes aufgezeigt wurde.


Dieser Fall macht den Hauptteil des Buches aus, auch deswegen wollte ich es lesen, aber es wird noch ein zweiter Fall erwähnt, wo im Jahr 1977 eine junge Frau überfallen und getötet wurde. Der Täter wurde erst elf Jahre später gestellt, im Jahr 1988. Auch dieser Fall war sehr spannend und gerade auch die Findung des Täters.

Alles in allem ein wirklich gutes Buch, welches mich zwar super unterhalten hat, aber auch ein fertig gemacht hat, weil ich wußte, dass es authentische Fälle waren.


Anett


Kommentare:

  1. Liebe Anett

    Deine Einleitung klingt total heftig und erinnert mich an das Gefühl, das ich hatte, als ich erfuhr, dass ein junger Mann, der mit mir das Gymnasium abgeschlossen hätte (wenn er nicht von der Schule geflogen wäre), bei einem Amoklauf eine Frau getötet und zwei weitere schwer verletzt hatte und dabei selber ums Leben gekommen war. Plötzlich rückt das, das man sonst in der Zeitung (oder in Büchern zur "Unterhaltung") liest, näher und näher...

    Deshalb kann ich auch gut nachvollziehen, dass das zwar spannend war, aber auch fordernd. "True Crime" ist immer ziemlich heftig, finde ich, weshalb ich mir das auch nur in kleinen Dosen geben kann...

    Ganz liebe Grüsse
    Livia

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    1. Liebe Livia,
      ja, allzu viel kann ich da auch nicht lesen, das eine hat erst einmal wieder gereicht. Und trotzdem zieht es einem ja immer wieder auch dahin, verrückt.
      Hab einen schönen Tag
      Anett

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