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| Second Chances Verlag - 17.März 2026 978-3989061002 Paperback - 350 Seiten - 20,00€ - Anzeige / Rezensionsexemplar - |
Bei T. Kingfisher greife ich inzwischen fast automatisch zu. Bisher konnte mich die Autorin immer begeistern, weshalb ich natürlich neugierig war, als ich gesehen habe, dass es sich bei Mehl, Magie und Machenschaften um ein Jugendbuch handelt. Das ist doch etwas anderes als ihre bisherigen Bücher. Die große Frage war also: Kann T. Kingfisher auch Jugendbuch?
Die Antwort ist für mich ein ganz klares Ja.
Mona ist vierzehn Jahre alt und besitzt magische Fähigkeiten. Allerdings hält sie sich selbst nicht für besonders beeindruckend. Ihre Magie funktioniert nämlich ausschließlich mit Brot. Für Mona ist das wenig spektakulär, doch ich sehe das völlig anders. Tanzende Lebkuchenmänner auf einer Bäckertheke sind schließlich ziemlich großartig.
Mona lebt bei ihrer Tante und arbeitet in deren Bäckerei, die nach dem Tod ihrer Eltern zu ihrem Zuhause geworden ist. Sie liebt ihren Alltag zwischen Broten, Teig und Kundschaft. Besonders wichtig ist dabei der Sauerteigansatz Bob, der im Keller lebt und für das beliebte Sauerteigbrot verantwortlich ist.
Und ja, Bob ist definitiv mein heimlicher Star dieser Geschichte.
Selten hat mich ein Sauerteigansatz so begeistert. Die Art, wie T. Kingfisher ihn in die Geschichte einbindet, ist herrlich schräg, originell und einfach liebenswert.
Doch Monas ruhiges Leben gerät aus den Fugen, als sie eines Morgens ein totes Mädchen in der Bäckerei entdeckt. Schnell wird klar, dass ein Mörder es gezielt auf die magisch Begabten der Stadt abgesehen hat. Auch Mona gerät ins Visier und muss erkennen, dass ihre vermeintlich unspektakuläre Magie vielleicht wichtiger ist, als sie selbst immer geglaubt hat.
Auf ihrer Flucht entdeckt sie nicht nur neue Seiten ihrer Fähigkeiten, sondern wächst auch über sich hinaus. Dabei wird sie mit Herausforderungen konfrontiert, die weit über das hinausgehen, was eine Vierzehnjährige eigentlich erleben sollte.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Mischung aus Humor, Spannung und Herz. Trotz der ernsten Ereignisse verliert die Geschichte nie ihren Charme. Immer wieder sorgen skurrile Ideen und ungewöhnliche Figuren für wunderbare Momente.
Besonders interessant fand ich auch die Geschichte hinter dem Buch. In ihrer Danksagung schreibt T. Kingfisher, dass sie lange nach einem Verlag gesucht hat. Einige Verlage hielten die Geschichte für zu düster oder zu brutal für ein Jugendbuch. Letztlich veröffentlichte sie das Buch selbst, weil sie an die Geschichte glaubte.
Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich diese Einschätzung ehrlich gesagt nicht teilen. Natürlich gibt es ernste und teilweise gefährliche Situationen, doch im Kern erzählt die Geschichte von Freundschaft, Mut, Verantwortung und dem langsamen Erwachsenwerden.
Für mich ist Mehl, Magie und Machenschaften ein wunderbar ungewöhnliches Jugendbuch. Witzig, kreativ und voller origineller Ideen. Genau die Art von Geschichte, die zeigt, dass Fantasy auch abseits der bekannten Wege überraschen kann.
Anett

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