Montag, 27. Februar 2017

{Rezension} Spreewaldtod (2) - Christiane Dieckerhoff

Ullstein Verlag // 336 Seiten // E-Book 8,99€ - TB 9,99€
Ein Toter im Fließ stellt Kommissarin Klaudia Wagner vor eine neue Herausforderung. Dabei ist sie nach ihrem letzten spektakulären Fall noch psychisch angeschlagen und hat Probleme, mit ihrem verhassten Kollegen Demel zusammenzuarbeiten. Erste Spuren führen die beiden zu einem scheinbar korrupten Gurkenbauern, schließlich war der Tote ein Erntehelfer aus Rumänien. Aber bald gibt es eine weitere Leiche. Wer will diese Menschen aus dem Weg räumen? Klaudia droht in einem Strudel aus Intrigen unterzugehen ...
Spontan hatte ich mich für das Buch bei NatGalley als Rezensionsexemplar angemeldet, weil mir die Beschreibung des Buches sofort gefiel und weil ich selbst schon im Spreewald war und es dort so wunderbar empfunden habe. Da war ich gespannt, wie ein Krimi in der Gegend aufgebaut wird.
Erst beim lesen des Buches habe ich bemerkt, dass es bereits der 2. Teil einer Serie ist, was für den Fall an sich kein Problem war, aber für alles private rund um die Kommissarin Klaudia Wagner merkte ich bald, dass mir hier doch ein paar Informationen fehlten. Man konnte sich zwar denken, was im Ersten Band so passierte, aber da es auch zum Teil bis in ihr berufliches Umfeld über ging, war das doch manchmal ziemlich schlecht, nicht zu wissen, was manchen voraus gegangen war.

Ich hab mich mal beim lesen davon nicht beeinflussen lassen und mein Augenmerk rund um den Fall in diesem Band gelegt. Der ging gleich mal mit einem Mord an einem rumänischen Erntehelfer los. Klaudia Wagner ermittelt rund um die Gurkenbauern, aber auch in der rechtsradikalen Szene. Scheinbar führen jedoch alle Spuren ins Nichts. Und so tappt die Polizei - und auch der Leser - lange Zeit im Dunkeln.

Die Protagonistin Klaudia Wagner ist eine recht sympatische Ermittlerin, die allerdings mit ihren Dämonen aus der Vergangenheit sehr zu kämpfen hat. Manchmal dachte ich mir, dass sie eigentlich fehl am Platz ist und wohl eher in eine Psychatrische Behandlung gehörte. Aber sie kämpft sich durch und macht ihre Arbeit doch recht gut.

Das Buch ist sehr gut geschrieben und lies sich einfach so weglesen, spannend und gut konstruiert hat die Autorin einen tollen Krimi geschrieben.
Wer sich hierfür entscheidet, sollte unbedingt vorher Band 1 gelesen haben. Auch wenn es mit dem aktuellen Fall nichts zu tun hat, hat man doch den Eindruck, dass man einfach was verpasst hat, da sich die Erinnerungen auch durchs komplette Buch ziehen.
Trotzdem ein toller Krimi, mit ganz normalen Menschen und ihren Problemen, die sich von Seite zu Seite besser verstehen und besser miteinander umgehen können.

Danke für das Bereitstellen des E-Books als Rezensionsexemplar an NetGalley und dem Ullstein Verlag.

Serieninfo:
Ein Fall für Klaudia Wagner
Band 1 "Spreewaldgrab" (15.Januar 2016)
Band 2 "Spreewaldtod" (17.Februar 2017)





{Rezension} Der Gefrierpunkt des Blutes (1) - Antonio Manzini

Rowohlt Verlag // 288 Seiten // E-Book 4,99€ TB 9,99€
Rocco Schiavone wird strafversetzt, ausgerechnet in das verschneite Aosta-Tal. Ein Albtraum für den Kommissar aus Rom, der das verschwiegene Bergvolk ebenso verabscheut wie die widrigen Wetterverhältnisse. Aber als auf der Skipiste die Leiche eines Mannes gefunden wird, zermalmt von einer Schneeraupe, ist Roccos Ehrgeiz erweckt. Das Opfer hatte vor kurzem ein elegantes Skihotel eröffnet und soll Verbindungen zum organisierten Verbrechen gehabt haben. Doch dann führen Roccos Ermittlungen in eine ganz andere Richtung. Denn hinter der Fassade des verschlafenen Alpen-Dorfs ist nichts, wie es scheint …
Ein paar Tage habe ich gebraucht, um über eine Rezension zu diesem Buch nachzudenken. So ein Ermittler wie Rocco Schiavone ist mir auch noch nicht in einem Buch übern Weg gelaufen.
Er ist zynisch und schlecht gelaunt, mürrisch und manchmal richtig unsympathisch.
Aber er ist auch genial in seiner Arbeit. Und es gab Stellen im Buch, da war er mir sogar wieder ein bisschen sympathisch und stellenweise konnte ich seine Art und Weise auch verstehen.
Aber ich gebe auch zu, dieser Ermittler wird nicht jedem Leser liegen und wer hier einen brillanten netten Kopf sucht, der ist vollkommen falsch mit dem Buch.
Ich bin mal ganz unvoreingenommen an das Buch heran gegangen und habe versucht auszublenden, wie widerlich er mitunter mit den Mitmenschen umspringt.
Der Fall, der vor ihm lag war doch schon sehr verworren und man selbst als Leser hatte zu keiner Zeit so richtig den Eindruck, den Mörder zu kennen. Das wiederum hat mir gut gefallen, es war manchmal verschachtelt und wirklich gut erzählt. Die Art und Weise, wie der Ermittler hier an das Aufklären des Mordes ging, fand ich richtig gut.

Auch die Schreibweise war gut. Das Buch lies sich schnell und flüssig lesen und mir hat auch sehr die komplette Umgebung und deren Beschreibungen sehr gut gefallen.
Der Krimi war toll konstruiert, aber mit einem doch recht eigenwilligen, miesepetrigen Kommissar.
Sicherlich hat sich der Autor etwas dabei gedacht, seinen Protagonisten so mies dastehen zu lassen, der seine schlechte Laune ständig an seinen Mitmenschen auslässt und anderen deutlich spüren lässt, dass sie unterlegen sind. Er schlägt schon auch mal zu und ist außerdem korrupt. Das war für mich doch erst einmal total verstörend, liest man doch sonst immer nur von Helden in der Polizei.
Und gerade das Rocco hier sehr anders dargestellt wird, hat mir im Nachhinein gut gefallen - gut kann jeder! Einen Ermittler so darzustellen, dazu gehört auch ein bisschen Mut, denn welcher Leser ist sofort von so einem begeistert und würde dann auch noch einen weiteren Band dazu kaufen? ich denke, nicht jeder.
Fazit: Ich würde Band 2 auf jeden Fall eine Chance geben, zumal die Ermittlungen von Rocco Schiavone echt gut waren!
Ein dankeschön geht von mir an --> "TOP-Krimi" und den Rowohlt Verlag für das E-Book als Rezensionsexemplar!
Serieninfo:
Rocco Schiavone ermittelt
Band 1 "Der Gefrierpunkt des Blutes" (19.12.2014)
Band 2 "Die Kälte des Todes" (18.12.2015)
Band 3 "Alte Wunden" (17.02.2017)



Freitag, 17. Februar 2017

{Rezension} Die große Wörterfabrik - Agnès de Lestrade

mixtvision Verlag // 40 Seiten // 9,95€ // ab 3 Jahren
Es gibt ein Land, in dem die Menschen fast gar nicht reden. In diesem sonderbaren Land muss man die Wörter kaufen und sie schlucken, um sie aussprechen zu können. Der kleine Paul braucht dringend Wörter, um der hübschen Marie sein Herz zu öffnen. Aber wie soll er das machen? Denn für all das, was er ihr gerne sagen würde, bräuchte er ein Vermögen ... 
 Dieses Buch hatte meine 8jährige Tochter im Adventskalender aus der Schule gehabt und wir waren von Anfang an so begeistert davon! Es steht zwar als Altersempfehlung ab 3 Jahre, aber dies war ein Buch genau für sie. Jetzt, in der 2.Klasse, liest sie ebenso gerne, wie meine Große Tochter und ich. Und dieses Buch war genau richtig für kleine Leseanfänger, die auch begreifen, was sie lesen.

Wie sehr hat sie sich in den kleinen Paul rein versetzt, der kaum ein paar Wörter sprechen konnte, weil er arm war und sich keine Wörter kaufen konnte. Sie sagte, sie will keine Welt, wo Wörter viel Geld kosten. Paul würde seiner Marie so gerne sagen, dass er sie mag, aber das kostet so viel Geld!

Die Illustrationen im Buch geben noch ihr übriges dazu, dass dieses Buch etwas ganz Besonderes ist. Zwar wirkt es anfangs etwas düster, aber wir haben es geliebt. Es gibt verschiedene Größen der Schrift und verschiedene Schriftarten, die das Ganze noch richtig spannend machen. Außerdem gibt es den jeweiligen Charakter genau den richtigen Zug. Ich finde es einfach nur fantastisch!

Dieses Buch hat meine Tochter angespornt, alles selbst zu lesen und nicht nur sie war begeistert von der liebevollen Geschichte und den tollen Bildern im Buch.
Viel mehr solcher Bücher müsste es geben, die den Kindern Lust auf lesen machen!
Prädikat: Sehr wertvoll!



Donnerstag, 16. Februar 2017

{Rezension} Mordsfreunde (2) von Nele Neuhaus

List Taschenbuch - Ullstein Verlage // 400 Seiten // Tschenbuch 10,99€ - E-Book 9,99€
Ein Tierpfleger des Opel-Zoos im Taunus macht eine grausige Entdeckung: im Elefantengehege liegt eine menschliche Hand. Die dazu gehörige Leiche finden Kommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff von der Hofheimer Kripo in einer frisch gemähten Wiese gegenüber dem Zoogelände. Der Tote war ein Lehrer und vehementer Umweltschützer, der wegen seines Charismas von vielen Schülern glühend verehrt wurde - und von einigen Einwohnern der Stadt ebenso sehr gehasst. Doch liegt hier das Motiv für einen Mord?
Nachdem ich nun endlich Band 1 gelesen hatte, hab ich mir gedacht, ich nehme mir Band 2 vor und schau mal, ob der mich genauso begeistern kann. Und was soll ich sagen, für mich war der  noch besser, als der Erste.

Nachdem sich nun Pia und Bodenstein zusammen gerauft haben und richtig gute Arbeit leisten, haben sie hier wieder so einen verzwickten Fall. Los geht es eigentlich mit einer Leiche, Pauly, einem orstansäßigen Politiker-Rebellen, der schon mal richtig auf die Barrikaden gehen konnte und vielen Menschen in der Gegend auf die Füße getreten ist. Und damit hat man hier schon mal gleich eine Handvoll Tatverdächtige und ich als Leser konnte keinen ausschliessen. Im Gegenteil, es ging immer so weiter. Es entwickelten sich immer mehr Verstrickungen und es taten sich immer neue Wendungen auf.

Auch dieser Zweite Band ist flüssig und spannend geschrieben, sehr gut recherchiert und die Protagonisten haben eine gute Tiefe bekommen, mehr noch, als bereits im Ersten Band. Hier konnte sich die Geschichte und die Schreibweise der Autorin noch steigern.

Toll fand ich auch die Hinterleuchtung der Privatsphäre von den Ermittlern, hier hat der Leser in dem Band richtig viel erfahren!
Ein toller Krimi, spannend geschrieben und in dem keine Langeweile aufkommt. Noch besser als Band eins und für mich eine absolute Leseempfehlung. Top!


{Rezension} Eine unbeliebte Frau (1) von Nele Neuhaus

List Taschenbuch - Ullstein Verlage // 384 Seiten // Taschenbuch 10,99€ - E-Book 9,99€
Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuß eines Aussichtsturms im Taunus liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen. Doch was hat den Staatsanwalt in den Tod getrieben?
 Lange schon liegen die Bände der Autorin hier ungelesen bei mir. Nun endlich habe ich mir den Ersten Band ganz fest vorgenommen und ich war begeistert, ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Zum einen lernen wir hier Pia Kirchhoff kennen, eine taffe Kommissarin, die nach einigen Jahren Ehe endlich wieder ausbricht und nach dem Heimchen am Herd es wieder genießt, in ihrem Beruf zu arbeiten. Aber im Laufe des Buches kommt dem Leser immer wieder der Gedanke, ob Pia wirklich fürs alleinsein geschaffen ist. Aber wer ist das schon? Pia ist jedenfalls eine sehr sympathische Protagonistin, die eine sehr gute Arbeit macht und der man das einfach alles abkauft.

Dann gibt es noch Kommissar Oliver von Bodenstein. Er lebt mit Frau und Kindern und kennt die Gegend im Taunus und die Leute gut. Bodenstein hadert mit dem Beruf seiner Frau,, aber er will sie auch nicht einbremsen. Auch er ist ein äußerst sympathischer Protagonist, der auch eine gute Arbeit macht und mit seiner neuen Kollegin ein richtig gutes Team abgibt.

Am Anfang hat man als Leser das Gefühl, dass es so gar nicht voran geht. Jede Menge Leute tauchen auf, die mehr oder minder verdächtig sind, Befragungen und Ermittlerarbeit steht im Vordergrund.
Aber je weiter man hinein liest, umso verzwickter wird dieser Fall und man als Leser tappt langsam total im Dunklen. Ich muss sagen, es war super spannend und ich wußte selbst nicht, wo das alles enden sollte.

Eine richtig tolle Geschichte, die spannend geschrieben ist und ein gutes Ermittlerduo hat. Bis zum Schluß spannend und mit mehreren Wendungen lässt sich das Buch richtig schnell weg lesen.
Sehr zu empfehlen!


Donnerstag, 9. Februar 2017

{Rezension} Sturmherz - Corina Bomann

Ullstein Verlag// 528 Seiten// TB 10,99€ - E-Book 9,99€
Alexa Petri hat schon seit vielen Jahren ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter Cornelia. Doch nun liegt Cornelia im Koma, und Alexa muss ihre Vormundschaft übernehmen. Sie findet einen Brief, der Cornelia in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt: als leidenschaftliche junge Frau im Hamburg der frühen sechziger Jahre. Und als Opfer der schweren Sturmflutkatastrophe. Alexa beginnt zu ahnen, wer ihre Mutter wirklich ist. Als ein alter Freund von Cornelia auftaucht, ergreift Alexa die Chance, sich von der Frau erzählen zu lassen, die sie schließlich auch verstehen und lieben lernt.
 Alexa und ihre Mutter haben sich so überhaupt nicht mehr verstanden, ständig gab es Streit und das gesamte Verhältnis zueinander war sehr problematisch. Doch als ihre Mutter plötzlich im Krankenhaus im Koma liegt, will Alexa sich unbedingt um sie kümmern und das niemanden anderen überlassen - schliesslich ist sie ihre Mutter, und Alexa liebt sie trotzdem.
Dann lernt Alexa den Schriftsteller Richard Henderson aus den USA kennen, der ihre Mutter kennt. Und plötzlich lernt Alexa ihre Mutter von einer ganz anderen Seite kennen, denn diese hat nie etwas über ihre Vergangenheit erzählt.
Mit Richard kommt langsam Licht ins Dunkel, und langsam versteht auch Alexa auch, warum ihre Mutter so verschlossen war.

Die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, sie beginnt im Grunde in Hamburg vor der großen Sturmflut. Die junge Cornelia lernt den Studenten Richard aus den USA kennen und lieben. Aufgrund der Sturmflut und anderen widrigen Umständen verlieren sie sich leider.
Ich fand die Protagonisten wirklich toll, auch die Geschichte rund um die Hamburger Sturmflut fand ich sehr ergreifend.Cornelia war anfangs ein verschüchtertes Mädchen und reifte zu einer Frau heran, die ihren Weg geht. Auch wenn es Passagen gab, die ich nicht nachvollziehen konnte, wie sie gehandelt hat, war sie doch toll. Auch Richard und sein Sohn Ethan - der seine eigene traurige Geschichte mitbrachte - waren sehr sympatisch und hatten ihre Ecken und Kanten. Das gefiel mir sehr gut. Aber ganz begeistert war ich von Alexa, die eine wirklich gute Tochter sein wollte und alles für ihre Mutter getan hat.

Das Familiengeheimnis und die Geschichte von Cornelia und Richard war sehr ergreifend und auch sehr traurig. Als Leser war man voll dabei und hat mit den Protagonisten mitgefiebert.
Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, sehr mitfühlend und einfühlsam. Das machte das lesen sehr angenehm und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Ein sehr emotionaler Roman, der spannend und einfühlsam ist, mit einem Familiengeheimnis, das auch der Leser unbedingt aufdecken will.
Ich persönlich fand das Buch so richtig toll und kann es einfach nur weiter empfehlen.

Vielen Dank an den Ullstein Verlag und NetGalley für das Bereitstellen des Rezensionsexemplares als E-Book.