[Rezension] Glasflügel – Katrine Engberg

Ani

Anetts Bücherwelt

Eigentlich ist Anette Werner mit ihrem Baby daheim. Und eigentlich sollte sie sich nicht in die Ermittlungen von ihrem Kollegen Jeppe Körner einmischen.

Aber Anette ist mit dem Baby überfordert und zweifelt an ihrer Situation. Sie möchte nicht nur Mutter sein und wie es kommt, erfährt sie natürlich etwas über Jeppes neuen Fall. Und natürlich muss sie auch unbedingt Nachforschungen anstellen. Heimlich natürlich. Denn ihr Ehemann soll nichts davon erfahren.
Das dies nicht gut ausgehen kann, ist mir als Leser da schon klar. Aber was folgt, damit konnte ich nicht rechnen.


Aber was ist eigentlich der neue Fall von Jeppe Körner?
Eine Tote wird im Springbrunnen gefunden. Schnell steht fest, wer sie ist und das sie ermordet wurde. Und es bleibt nicht bei der einen.
Schnell ergibt sich ein Bezug zu Sommerfuglen, eine private Klinik, in der Jugendliche mit Problemen hinkommen und therapiert werden. Mittlerweile ist diese allerdings nach einem mysteriösen Suizid einer Jugendlichen geschlossen.

Schnell finden sich mehrere Leute, die in Betracht kommen, genauso schnell lösen sich diese in Nichts auf, denn entweder haben sie ein Alibi, oder fallen aus dem Muster.
Die Autorin bezieht sich hier sehr auf ein wackeliges Gesundheitssystem, mit Systemfehlern, überforderten Personal und anderen Dingen, die in der Pflege allgegenwärtig sind, aber nicht geändert werden.

Es ist durchaus realistisch, was die Autorin schreibt, und nicht ganz unumstritten. Aber mir hat das so gut gefallen, gibt es diese ständige Überforderung des Gesundheitssystems doch nicht nur in Dänemark.
Sie hat auch diesen 3. Band ihrer Serie überzeugend und spannend geschrieben, ich bin abermals restlos begeistert davon.

Auch kommen die privaten Seiten der Ermittler wieder in Erscheinung. Anette, wie schon gesagt, fühlt sich in ihrer Mutterrolle alles andere als wohl. Der ständig fehlende Schlaf, das ständig weinende Baby, all das überfordert sie zunehmend.
Jeppe in seiner heimlichen Beziehung zu einer Kollegin ist sich auch nicht sicher, wohin diese führt. Momentan lebt er wieder bei seiner Mutter, eine Situation, die ihm alles andere als genehm ist. Benimmt sich doch seine Mutter auch, als wäre er noch ein Teenager.
Und dann ist da wieder Esther, die Schriftstellerin. Sie zeigt Seiten einer Depression und blüht nach einer Begegnung mit einem neuen Hausbewohner sichtlich auf. Wohin uns da allerdings die Autorin mitnimmt, hat mich sehr überrascht und ich fand es sehr schön, dass auch Esther wieder ihren Platz bekommen hat.

Alles in allem ein ruhiger, aber meiner Meinung nach düsterer Thriller, der mich von Anfang an überzeugen konnte. Die Handlungen der Protagonisten nicht immer verstehend, aber sehr menschlich geschildert. Ich mag sie alle, auch wenn Anette immer etwas derb rüber kommt, so kann ich sie doch auch sehr gut verstehen. Und auch dieser 3. Band war spannend und gut geschrieben, so dass ich ihn wieder viel zu schnell durch hatte.

Habt einen schönen Tag
Anett.

Anzeige / Rezensionsexemplar

Diogenes Verlag / ISBN: 978-3257071238 / 26.Februar 2020
Gebundenes Buch – 432 Seiten – 20,00€
E-Book – 16,99€

Vielen Dank an den Diogenes Verlag
für das Rezensionsexemplar

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