[Rezension] Niemand liebt das Leben mehr als wir *~* Alexandra Endres

Ani
Anetts Bücherwelt

Mexiko – das ist mehr als nur Maya Tempel und sonnige Strände. Regisseur Guillermo del Toro fand für sich und seine Landsleute:


Niemand liebt das Leben mehr als wir, 
weil für uns der Tod so präsent ist.“

Das ist doch eine wunderbare Einleitung in dieses prächtige Buch, was mich für ein paar Stunden nach Mexiko mitgenommen hat.
Das Buch von Alexandra Endres ist mehr als nur ein Reisebericht.
Bei ihrer Reise quer durch Mexiko begibt sie sich auf Spurensuche der verschiedenen indigenen Völker. Dabei verwebt sie geschickt die Geschichte und die Kultur, so dass man gefesselt ist und, so wie es mir erging, sich mit in Mexiko fühlte.


Ganz besonders angetan haben mich wirklich die Geschichten der indigenen Völker, vor allem auch, wie jetzt noch mit deren Geschichte umgegangen wird. In der Schule werden sie nicht mal ansatzweise beachtet. Dabei ist doch genau das die Geschichte Mexikos!

Seit mehr als 500 Jahren hatten die indigenen Völker Amerikas kaum eine Chance, ihre Geschichte selbst zu erzählen. Immer wurden sie von Außenstehenden betrachtet und beschrieben. Sie galten als unzivilisiert, rückständig und exotisch. Bis heute werden sie deshalb diskriminiert.
  • Seite 96 -

Aber die Autorin beleuchtet auch den Weg der frühen und der modernen Zapatisten. Vom Beginn der Revolution 1910 bis heute. Sie kämpfen immer noch.

Sie protestieren gegen die elenden Verhältnisse, in denen die indigene Landbevölkerung in Südmexiko bis heute lebt, gegen Rechtlosigkeit, Ausbeutung und Armut.
  • Seite 107 -

trotzdem kommen auch die guten und schönen Seiten Mexikos hervor.
Ich bewundere die Autorin, die sich allein nach Mexiko aufgemacht hat, obwohl es gerade da nicht immer wirklich sicher ist, schon gar nicht als Frau. Das hat mich sehr beeindruckt.
Aber sie ist so herrlich offen, sie versucht einfach alles mitzumachen, alles zu erkunden. So ist sie bei einem „Lucha Libre“, einem Ringkampf, ähnlich dem Wrestling. Oder sie geht in ein Temezcal – einem mexikanischen Dampfbad und berichtet davon.
Sie trifft auf Menschenrechtler, Waldschützer und Bewahrer der Traditionen, und man erfährt als Leser dadurch soviel von dem Land.

Besonders bewegend empfand ich das Kapitel „Los Mochis: Mütter“.
Mütter, die nach ihren verschwundenen Kindern suchen. Egal ob lebend oder (eher) tot, Hauptsache sie haben endlich Gewissheit.

Warum müssen wir Mütter das tun?“, fragte sie, „warum müssen wir mit Macheten und Schaufeln nach unseren Kindern suchen?“
  • Seite 261 -

Es ist ein Elend. Ihnen wird nicht geholfen, es gibt einfach zu viele Banden in Mexiko und ein Menschenleben scheint mitunter so wenig wert zu sein.

Am Ende kommt die Autorin in Tijuana an. An der grenze zu den USA. Auch dort trifft sie auf Flüchtlinge (aus Mittelamerika und Mexiko) und bekommt einen guten Einblick. Die Stadt ist bereits geprägt durch die USA und ist zum restlichen, ländlichen Mexiko, welches die Autorin beschrieben hat der krasse Gegensatz.

Alles in allem bin ich begeistert von dem Einblick in dieses Land. Auf keinen Fall ist alles heiter Sonnenschein und es gibt noch eine Menge zu tun. Aber da gibt es immer wieder Menschen, die für ein gutes Mexiko kämpfen, das wurde so toll in dem Buch rüber gebracht. Und deswegen möchte ich das Buch gerne jeden ans Herz legen!


Habt einen schönen Tag
Anett.

Anzeige / Rezensionsexemplar


DuMont Reisebuchverlag / ISBN: 978-3770182497 / 30.September 2019
Taschenbuch – 328 Seiten – 16,95€
E-Book – 12,99€



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