***---***Special 30 Jahre Friedliche Revolution ***---*** [Bildband] Als die Eisenbahnstraße noch Ernst-Thälmann-Straße hieß

Ani
Anetts Bücherwelt
Heute bringe ich euch einen Bildband aus einem Leipziger Stadtteil in den 80ern Jahren mit. Ja, ich bin in Karl-Marx-Stadt groß geworden, aber es sah ganz genauso auch bei uns aus. Ich bin ein Kind der 80er Jahre und habe euch auch einen Vergleich mit meinem heimatlichen Wohnhaus mitgebracht.
Aber erst einmal möchte ich euch etwas über diese Zeit erzählen.


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Als ich diesen Bildband in den Händen hielt, war ich erschrocken, wie es bei uns teilweise aussah. Wie grau und trist alles wirkte, und doch habe ich das damals so nicht empfunden. Die Wohnung haben wir uns so wohnlich wie nur möglich gemacht, immer in der Begrenzung dessen, was uns zur Verfügung stand. Ich hatte drei Geschwister, meine Eltern waren gefühlt ständig arbeiten, wir waren selten im Urlaub. Konnten es uns einfach nicht leisten. Und trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, das mir damals etwas fehlte. Erst als ich selbst älter wurde, ein Teenager, da wurden mir die Unterschiede klar, auch die Unterschiede in meiner Schule, wo Kinder lernten, die so lebten wie wir, aber auch Kinder, dessen Eltern weitaus besser gestellt waren. Als ich ab und zu bei ihnen daheim war, sind mir die Unterschiede extrem aufgefallen und ich konnte nicht verstehen, warum es ihnen so viel besser ging, als uns. Und schon begann für mich im Alter von ca 13 Jahren die Rebellion, anders zu sein, als ich sein sollte, anders leben zu wollen, als in das Leben, in das ich geboren wurde. Sicherlich auch nicht immer einfach für meine Eltern, aber auch nicht immer einfach für mich. 
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Die hier zum Thema gemachte Ernst-Thälmann-Straße (heutige Eisenbahnstraße) war gespikt mit kleinen Läden in den Erdgeschossen und Werkstätten in den Hinterhöfen. Auch wieder eine Parallele zu dem Wohnhaus, in dem ich groß geworden bin – wir hatten eine Schlosserei im Hinterhof.
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Meine Bilder aus dem Fotoalbum von 1984 - Foto aus dem Bildband aus den 80er Jahren

Die Bilder erzählen kleine Geschichten, es wird Wäsche aufgehangen, eine Zigarettenpause in der Sonne genossen oder es standen auch mal jede Menge Leute an, um Tomatenpflanzen zu ergattern. Ja, das Anstehen – es gab es tatsächlich und was habe ich nicht in meiner Kindheit angestanden. Und nicht nur wegen Bananen! Eigentlich wegen so vielen mehr.


Erzählt wird dann noch eine kleine Geschichte von Hans Sonntag. „Meine paradiesische Wohnung“, indem er von seiner kleinen Altbauwohnung berichtet, vom heizen mit Kohle und wie wenig man eigentlich zum leben brauchte und trotzdem glücklich war.

Ich hatte keinen Fernseher, keine Grünpflanzen, kein Warmwasserboiler, keinen Staubsauger und natürlich auch kein Badezimmer. Wie wenig brauchte man wirklich im Leben? Ohnehin bekam man selten das, was man suchte oder wirklich brauchte oder was einem gefiel, man musste das nehmen, was es gab.“(Seite 67)




Wenn ich mir heute diese Bilder ansehe, und die Bilder meiner Kindheit, bin ich wieder froh, dass alles anders kam, als mir vorgegeben wurde. Das wir diese Wende erreicht haben, das wir eine friedliche Revolution hatten und das wir etwas Neues für uns erschaffen konnten.
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Foto aus meinem Fotoalbum 1978 (ich war 6 Jahre) - Fotos aus dem Bildband aus den 30er Jahren.


Natürlich ist auch heute nicht alles perfekt – aber uns geht es gut! Wir haben einen Wohlstand erreicht, den wir zu DDR-Zeiten nie gehabt hätten. Wir haben eine Demokratie, die wir nie gehabt hätten. Diese Dinge würde ich heute gern allen unter die Nase reiben, die denken, uns geht es ach so schlecht! Wir haben das Leben, was wir daraus machen. Und wir haben nur ein Leben, also macht das Beste daraus und lebt das Leben! Lebt nicht im früher – lebt im Heute!




Habt einen friedlichen Tag,
Eure Anett.



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Mitteldeutscher Verlag – ISBN 978-3963111501
05.März 2019 – 96 Seiten – 16,00€


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